05.04.2018 - 16:45 HSH Nordbank

Zinsen weekly: Kaum Bewegung bei den Staatsanleihen. Handelsstreitigkeiten halten Renditen niedrig

Die Renditen von Bundesanleihen und Treasuries haben sich per Saldo über die vergangene Woche wenig verändert gezeigt. Die zehnjährigen T-Notes pendeln um ein Niveau von 2,80 %, die Bundesanleihen gleicher Laufzeit um 0,50 %. Bis Mitte Februar waren die Zinsen gestiegen, seitdem befinden sie sich eher auf dem Rückzug. Zu den niedrigeren Renditeniveaus hatten vor allem Sorgen um einen sich verschärfenden internationalen Handelskonflikt geführt, die Zuflüsse in den sicheren Hafen Staatsanleihen bedingt haben.

Wann der Zinsanstieg neue Nahrung erhält, ist schwer abschätzbar. Grundsätzlich gehen wir aber angesichts der guten Konjunkturdynamik und des Zinsstraffungskurses der Fed von moderat steigenden Renditen in diesem Jahr aus. Zunächst sollten die Zinsen angesichts der Handelsstreitigkeiten aber gedrückt bleiben. So haben die USA und China in mehreren Runden Importzölle auf die Produkte des jeweils anderen Landes angekündigt. Zuletzt hat die chinesische Regierung als Antwort auf die jüngst angekündigten Zölle der US-Administration auf 1.300 chinesische Güter Einfuhrzölle auf 106 US-Produkte – hierzu zählen u.a. anderem wichtige Importgüter wie Sojabohnen, Autos und Flugzeuge – angekündigt. Der Importwert liegt auf beiden Seiten jeweils bei rund 50 Mrd. US-Dollar.

Die ISM-Indizes aus den USA für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor sind im März gesunken und deuten damit auf etwas weniger Konjunkturoptimismus hin. Nichtsdestotrotz liegen sie mit 59,3 und 58,8 Punkten immer noch deutlich oberhalb der Wachstumsgrenze von 50 Punkten. Auch die Einkaufsmanagerindizes in der Eurozone deuten in die gleiche Richtung. Sie haben über den Jahreswechsel Rekordstände erreicht und sind zuletzt rückläufig gewesen. Eine weitere wichtige Datenveröffentlichung war die Schnellschätzung der Inflationsrate in der Eurozone. Sie wurde im März mit 1,4 % YoY angegeben. Im Februar war diese noch auf 1,1 % gesunken, wobei ein Rückgang angesichts eines Basiseffektes erwartet worden war, jedoch nicht in dieser Größenordnung. Ähnliche Teuerungsraten wie die im März bzw. leicht darüber sind auch für das restliche Jahr zu erwarten. Damit bleibt das Preisziel der EZB bei knapp 2 % erst einmal außer Reichweite.

Am Freitag (6.4.) wird der Arbeitsmarktbericht in den USA veröffentlicht. Dabei sollte der Stellenaufbau außerhalb der Landwirtschaft nicht so hoch wie im Vormonat ausfallen (Februar: 313 Tsd.). Wir rechnen mit einem Plus von knapp 200 Tsd. Stellen. Das liegt an den Schneestürmen, die im März die US-Ostküste getroffen haben. Arbeitnehmer sind deswegen zu Hause geblieben und werden nicht in der Erhebung aufgeführt. Besondere Beachtung dürfte erneut die Entwicklung des Lohnwachstums erfahren. Zeichnet sich hier eine höhere Dynamik ab, könnten sich schnell die Erwartungen der Marktteilnehmer verstärken, die Fed könne die Leitzinsen 2018 insgesamt vier Mal anheben. Die Löhne waren zuletzt um 2,6 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

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