21.04.2017 - 11:00 HSH Nordbank

Unternehmensanleihen weekly: Anleihen und CDS driften auseinander

Die Anleihen des iBoxx-Index sind in den letzten beiden Wochen auf breiter Front eingelaufen. Auffällig dabei ist die Einengung bei den „AAA“-Bonitäten von 14,2 Basispunkten auf aktuell 8,3 Basispunkte. Der Spread „AA“-klassifizierter Anleihen schmolz von 20,5 Basispunkten auf aktuell 14,6 Basispunkte. Schon bei den „BBB“-Bonds war die Einengung relativ gesehen weniger markant, hier betrug der Rückgang nicht einmal 5 Basispunkte von 72,4 auf 67,8. Das ist ein Signal für die Flucht in Sicherheit und kann als steigende Risikoaversion des Marktes interpretiert werden.

Eindeutiger zeigt sich diese Tendenz in den CDS-Indizes, die in den letzten Tagen eine schleichende Ausweitung begonnen haben. Neben den auch in dieser Publikation erwähnten politischen Risiken dürfte dafür auch die beginnende Berichtssaison dafür verantwortlich sein. Die Zahlen von Goldman Sachs, Johnson & Johnson und IBM sorgten an der Börse für Kursrückgänge.

Also adieu Glückskeks-Duktus à la „the trend is your friend“? Die Antwort wird kurzfristig der Fortgang der Berichtssaison liefern. Da gibt zumindest etwas Hoffnung, dass die Analysten von Thomson Reuters und Factset für den S&P 500 ein durchschnittliches Gewinnwachstum von 10 Prozent im ersten Quartal prognostizieren  - zweistelliges Wachstum gab es zuletzt im vierten Quartal 2011.

Insbesondere Unternehmen mit guten Bonitäten profitieren nach wie vor von Renditen, die weit über ihren gewichteten Kapitalkosten liegen. Wir gehen davon aus, dass per Saldo die Berichtssaison dies- und jenseits des Atlantiks eine robuste Wertschöpfung und damit gute Bonitätsentwicklung des Unternehmens-Sektors zeigen wird.

Spitzenbonitäten sind vor diesem Hintergrund sehr gefragt, hier ist der weitere Einengungsspielraum begrenzt. Die Frage ist, ob Anleihen mit einem Rating von „BBB“ oder schlechter noch Spielraum für weiteres Einlaufen haben. Hier sehen wir in den nächsten zwei Wochen zumindest ein gewisses Potenzial, dass die aktuellen 68 Basispunkte im iBoxx noch nicht den Tiefststand markieren.


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