01.03.2018 - 16:05 HSH Nordbank

Devisen weekly: Powell bewegt Währungsmärkte und stützt USD. EUR mit deutlichen Verlusten. Kontert die EZB? Warum trotzt JPY der USD-Stärke?

EUR/USD: Der Euro geht gegenüber dem US-Dollar mit deutlichen Verlusten aus der zurückliegenden Handelswoche, EUR/USD notiert gegenwärtig bei 1.2190 (-o,5 %). Als wesentlichen Markttreiber ist die Anhörung des neuen Fed-Chairmans Jerome Powell im US-Kongress zu identifizieren. In seinem ersten Auftritt im US-Senat bekräftigte Powell seinen positiven Ausblick auf die Wirtschaftsentwicklung der USA und auf das steigende Inflationsumfeld. Der breite Wirtschaftsaufschwung werde die PCE-Inflation nachhaltig in Richtung des Fed-Ziels von 2,0 % schieben. Powells Optimismus deuteten einige Marktteilnehmer als Zeichen von vier Zinserhöhungen in 2018, nachdem viele zunächst von drei bis vier ausgegangen waren. Nach der Anhörung konnte der Greenback spürbar aufwerten. Der Dollar-Index festigte sich oberhalb der Marke von 90,5 Indexpunkten, auf seinen höchsten Stand seit Anfang des Jahres. EUR/USD fiel unmittelbar nach Powell von 1,2330 auf 1,2250, gab am Folgetag sogar noch die Marke von 1,22 ab. Durch die Konzentration auf Powell lösten Fundamental- und Konjunkturdaten in dieser Woche kaum Marktbewegungen aus. Bullishe EUR-Indikatoren suchte man im Übrigen vergeblich, was das positive Dollar-Sentiment noch verstärkte. Sowohl die vorläufigen Inflationszahlen aus Deutschland und die Kerninflation der Eurozone gingen um 0,1 % auf 1,2 % YoY bzw. 1,0 % YoY zurück. In der nächsten Woche steht am Währungsmarkt besonders die EZB-Sitzung am 8. März im Fokus. Während im Vorfeld der letzten EZB-Sitzung im Januar der starken Euro-Aufwertung besonderes Augenmerk geschenkt wurde, sollten Marktteilnehmer speziell die Aussagen zur Teuerung in der Eurozone in der beachten. Die nachlassende Inflationsdynamik senkt den Druck auf Europas Währungshüter, einen klaren Fahrplan zum Ausstieg aus den Anleihekaufprorammen vorzulegen. Zum gegenwärtigen Stand sind sowohl eine temporäre Verlängerung bis Jahresende als auch ein Ende der Käufe im September denkbar. Besonders von letzterem sollte der EUR profitieren. Hält sich die EZB mit Aussagen zum Ende der QE-Programme zurück – damit rechnen wir -, sollte dies dem US-Dollar zusätzlichen Auftrieb geben.

USD/JPY: Der Yen konnte von der Powell-Anhörung im US-Senat profitieren und USD/JPY sank um 0,7 % auf 106,80. Die Schwächung des US-Dollars gegenüber dem Yen irritiert zunächst, sollte der Greenback angesichts des Powell-Optimismus doch eigentlich profitieren. Der positive Wirtschafts- und Inflationsausblick bzw. die Aussicht auf vier Leitzinsanhebungen in den USA erhöht jedoch auch die Wahrscheinlichkeit von Kurskorrekturen an der Wall Street. Die US-Indizes sind weiter sehr ambitioniert bewertet. Da der Yen tendenziell gestärkt aus Verlusten auf den US-Börsen geht, positioniert sich der Währungsmarkt offenbar schon für die nächste Korrektur. Auch die am Mittwoch (28.02.) bekannt gegebenen reduzierten Anleihekäufe der BoJ am langen Ende der Zinskurve gaben dem Yen verhaltenen Zulauf. In dem weiterhin ultraexpansiven geldpolitischem Umfeld können sogar marginale hawkishe Signale der BoJ den Yen stärken. Indes soll BoJ-Gouverneur Kuroda als erster japanischer Notenbankchef seit den 1950ern eine zweite Amtszeit erhalten.

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