11.06.2018 - 08:30 HSBC

DAX® - Saisonale Bremsklötze

Saisonale Bremsklötze
Traditionell stellen die Sommermonate für die Weltbörsen nicht die beste Marktphase dar. Zu dieser allgemeinen Aussage passt der US-Präsidentschaftszyklus, der im typischen Verlauf des Zwischenwahljahres von Juni bis September eine volatile Entwicklung unterstellt. Von Ende August bis Ende September droht im Durchschnitt sogar eine deutliche Schwächephase des Dow Jones. Während für die USA saisonale Untersuchungen regelmäßig vorliegen, fehlen diese für unseren heimischen Markt oftmals. Diesen „Makel“ wollen wir heute beheben, indem wir die Wertentwicklung der aktuell zehn größten DAX®-Werte (SAP, Siemens, Bayer, BASF, Allianz, Daimler, Dt. Telekom, adidas, Linde und Dt. Post) im Zeitraum vom 1. Juni bis 30. September auf den Prüfstand stellen. Um unter saisonalen Aspekten einen Vergleich über einen gesamten Marktzyklus mit Aufschwung-, Baisse- und Seitwärtsphasen zu haben, ziehen wir bei der Analyse die Jahre 2000 bis 2017 heran. Das wichtigste Ergebnis vorweg: Gemessen an der durchschnittlichen Kursentwicklung seit Beginn des Jahrtausends haben die DAX®-Schwergewichte eine herausfordernde Zeit vor sich. Nur drei von zehn Titeln (Linde, adidas, SAP) schafften in diesem Zeitraum ein Kursplus (Fortsetzung siehe unten).

DAX® (Weekly)
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Saisonale Bremsklötze – Teil 2
Doch nicht nur die Trefferquote von lediglich 30 % sorgt für Ernüchterung. Auch der durchschnittliche Kursverlust von 1,36 % der großen deutschen „blue chips“ in den Sommermonaten muss als Enttäuschung bezeichnet werden. Unter saisonalen Gesichtspunkten dürften die Bäume beim DAX® – gemessen den Durchschnittsverläufen seiner Schwergewichte – in naher Zukunft also nicht in den Himmel wachsen. Unter Risikogesichtspunkten ist zudem auffällig, dass bis auf eine Ausnahme (adidas) das schlechteste Jahr größere Kursverluste brachte als das beste Jahr den deutschen Schwergewichten an Kursgewinnen bescherte. Mit anderen Worten: Die Gefahr negativer Überraschungen ist in den heißen Sommermonaten gegeben. Interessant ist neben der Analyse der Gesamttrefferquote von 30 % noch die Betrachtung der Einzeljahre bei der „Top Ten“ der deutschen Börsenliga. Eine Trefferquote von nahezu 50:50 ist angesichts der zugrunde liegenden Haussetendenz seit Beginn des Jahrtausends kein überzeugendes Resultat. Saisonaler Rückenwind sieht definitiv anders aus! Ein Grund mehr die 200-Tages-Linie beim DAX® unbedingt zu verteidigen.

DAX® (Daily)
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Intakter Abwärtstrend
Seit gut 15 Monaten haben Dialog-Aktionare einen schweren Stand. Durch die charttechnische Brille betrachtet lastet ein abgeschlossenes Doppeltopp sowie der intakte Abwärtstrend der letzten Monate auf dem Papier. In diesem Zusammenhang sorgten zuletzt das Abgleiten unter den horizontalen Auffangbereich bei rund 20/19 EUR für eine Bestätigung der grundsätzlichen Baissetendenz (siehe „HSBC Daily Trading“ vom 5. April). In die gleiche Kerbe schlägt auch das neue Mehrjahrestief (14,74 EUR), so dass Anleger unverändert von einer angeschlagenen charttechnischen Situation ausgehen müssen. Dennoch hat der Kursverfall der letzten Monate Spuren bei den quantitativen Indikatoren hinterlassen. So notieren sowohl der MACD als auch die Relative Stärke nach Levy auf historisch niedrigem Niveau. Beide Trendfolger haben zuletzt zudem keine neuen Tiefs mehr ausgeprägt (divergente Entwicklung). Deshalb sollten Anleger den Stopp für bestehende Shortpositionen auf das Niveau des April-Tiefs bei 17,05 EUR nachziehen. Für eine wirkliche Verbesserung der Chartsituation müsste allerdings der steile Baissetrend seit November 2017 (akt. bei 18,61 EUR) gebrochen werden.

Dialog Semiconductor (Weekly)
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