09.05.2018 - 16:50 HSH Nordbank

Aktien weekly: DAX-Konzerne liefern ordentliche Quartalszahlen ab. US-Unternehmen profitieren deutlich von der Steuerreform

An den Aktienmärkten ging es in dieser Woche erneut nach oben. In den drei von uns analysierten Indizes kann die Veröffentlichung der Unternehmenszahlen für das erste Quartal als ordentlich gewertet werden. Im DAX, im Eurostoxx 50 und im S&P 500 blieben die Umsätze zwar leicht hinter den Erwartungen zurück, jedoch konnten die Unternehmen bei der Gewinnentwicklung die Erwartungen deutlich übertreffen. Enttäuscht zeigten sich die Anleger dagegen – wenn dies auch von vielen Akteuren erwartet wurde – von der einseitigen Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran durch US-Präsident Trump. Hierbei dürften die Anleger vor allem auch den Sorgen in Bezug auf weiter steigende Ölpreise und die Folgen für das Wirtschaftswachstum und Inflation in den entwickelten Volkswirtschaften Rechnung getragen haben. Der S&P 500 konnte im Vergleich zur Vorwoche 0,77 % auf 2.672 Punkte zulegen, der Eurostoxx 50 knapp 0,78 % auf 3.563 Zähler und der DAX 2,38 % auf 12.926 Punkte. Damit sehen wir die Phase der Konsolidierung an den weltweiten Aktienmärkten für überstanden an, wobei festzuhalten ist, dass die europäischen Indizes sich im Vergleich zu den amerikanischen Pendants deutlich schneller erholen konnten.
 

Die Berichtssaison im deutschen Leitindex DAX geht in die Endphase für das erste Quartal. Bislang haben 21 der 30 Unternehmen des Indizes ihre Zahlen vorgelegt. Während die Umsätze im Vorjahresvergleich leicht rückläufig waren, konnten die DAX-Konzerne die Gewinne um durchschnittlich 13 % steigern. Besonders hervorstachen dabei die Unternehmen aus dem Pharma- und Chemiegeschäft sowie dem Automobilsektor. Die USA sind ebenfalls inmitten der Berichtssaison für das erste Quartal. Von den bisher 425 bereits veröffentlichten Quartalsberichten fielen 80 % der Ergebnisse über den Analystenerwartungen aus. So schlugen die erzielten Umsätze die Erwartungen um 3 %, während die Gewinne sogar um 6 % höher lagen. Die etwas bessere Entwicklung im S&P 500 im Vergleich zu Europa dürfte vor allem auf die US-Unternehmenssteuerreform zurückzuführen sein.
 

Nach der erfolgten Konsolidierung und der Verfügbarkeit neuer Unternehmenszahlen lohnt sich ein Blick auf unser Bewertungsmodell. Das Modell beruht ausschließlich auf Fundamentalindikatoren, wie beispielsweise KGV, KBV oder KCV. Die Indizes gelten als „fair bewertet“, wenn das Bewertungsmodell einen Wert zwischen 0,9 und 1,1 hergibt. Werte unter 0,9 deuten auf eine Unterbewertung hin, während Werte über 1,1 eine Überbewertung implizieren. Gegenwärtig notieren sowohl DAX als auch S&P 500 innerhalb des Normalniveaus, wodurch seitens der Fundamentaldaten durchaus Raum für weitere Kurszuwächse vorhanden ist.
 

Am kommenden Dienstag (15. Mai) wird das deutsche BIP-Wachstum für das erste Quartal veröffentlicht. Da das Wachstum in der Eurozone mit 0,4 % QoQ bereits erste Bremsspuren in der Wachstumsdynamik erkennen ließ, ist wohl auch eine Abschwächung des BIP-Wachstum hierzulande zu erwarten. Sollte das Wachstum dagegen auf der Oberseite überraschen, dürfte der DAX hiervon wohl profitieren.


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